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IMMOBILIEN­STRATE­GIE SCHAFFT SICHER­HEIT

Eine stabile finanzielle Basis ist die Grundlage für die langfristige Zukunft des Kerngeschäfts der Stiftung Lebensart. Stiftungsrat Stefan Liechti und Daniel Beutler, Leiter Immobilien, erläutern die Hintergründe der Strategie und skizzieren zukünftige Entwicklungen.

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Stefan Liechti, als Stiftungsrat nehmen Sie Einsitz im Immobilienausschuss. Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgabe?

Stefan Liechti: Der Immobilienausschuss ist an der langfristigen Sicherung der Zukunft der Stiftung Lebensart beteiligt, indem er sich auf die Infrastrukturen konzentriert. Denn dort findet das Kerngeschäft der Stiftung täglich und oft rund um die Uhr statt. Wir wollen den Wert der Gebäude erhalten, sie aber auch fit machen für die sich ständig ändernden Bedürfnisse. Wir handeln nicht aus dem Bauch heraus, sondern strategisch nach nachhaltigen Grundsätzen.

Als Stiftungsrat und Mitglied des Immobilienausschusses betont Stefan Liechti die Bedeutung einer strategischen und nachhaltigen Immobilienbewirtschaftung für die langfristige Stabilität der Stiftung Lebensart.

Was heisst das konkret?

Stefan Liechti: Wir verbinden soziale, ökologische und ökonomische Aspekte. Einerseits wollen wir unseren Kund:innen einen passenden, guten Lebensraum bieten. Andererseits sollen die Räumlichkeiten aber auch den Bedürfnissen der Mitarbeitenden entsprechen. Sie sollen gerne und gut bei uns arbeiten können. Neben den sozialen Aspekten sind auch die ökologischen wichtig. Wir wollen uns von fossilen Energieträgern unabhängig machen. Dazu betreiben wir etwa am Standort Bärau ein lokales Wärmenetz und verfügen über Fotovoltaikanlagen auf den Dächern. Wir bauen aber auch mit hoher Wertigkeit und mit lokalen Baustoffen. Das neue Verwaltungsgebäude ist dafür ein sehr gutes Beispiel.

Daniel Beutler: Die hohe Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch alle Entscheidungen. Die Mitarbeitenden sollen bei der Arbeit nicht fünf Türklinken drücken und viele lästige Hindernisse überwinden müssen. Gleichzeitig profitieren unsere Kund:innen dank flexibler Einrichtungen davon, das Bett mal hierhin, mal dorthin stellen zu können. Wir bauen für dreissig Jahre und stellen die Langlebigkeit ganz oben auf die Prioritätenliste.

Welches sind die wirtschaftlichen Aspekte Ihrer Planungsentscheide?

Stefan Liechti: Das Ziel ist einfach: Unsere Gebäude sollen nicht an Wert verlieren. Das Immobilienportfolio darf nicht wertmindernd sein, wie wir im Fachjargon sagen. Es soll im Gegenteil werterhaltend oder gar wertsteigernd sein. Das zu erreichen, ist nicht einfach. Deshalb haben wir intensiv an einer Strategie gearbeitet: Herausgekommen ist ein Handbuch, das uns hilft, unsere wirtschaftlichen Entscheidungen nach klaren Prinzipien zu treffen. Die Strategie hat zwei Teile. Zum einen wollen wir die Gebäude für das Kerngeschäft der Stiftung Lebensart bereitstellen. Wir wollen Räumlichkeiten für Wohnen, Arbeiten und Freizeit für Menschen im Alter mit unterschiedlichem Pflegebedarf weiterentwickeln genauso wie für Menschen mit Beeinträchtigungen. Zum anderen unterstützt das zweite Teilportfolio den Betrieb und die Investitionen des ersten Teilportfolios durch die Erwirtschaftung von Renditen zugunsten der gesamten Stiftung. Dazu gehören auch die neu entstandenen Wohngebäude am Standort Bärau. Es gilt aber zu beachten, dass wir hier die Rendite nicht bis ans Limit treiben wollen und so auch hier nachhaltig Wohnraum zu erschwinglichen Preisen anbieten können.

Daniel Beutler: Für beide Portfolios planen wir eine gute, passende Infrastruktur. Wir denken aus den verschiedenen Perspektiven der Nachhaltigkeit, verlieren aber nie das grosse Ganze und die Ziele der Strategie aus den Augen.

«Wir handeln nicht aus dem Bauch heraus, sondern handeln strategisch nach nachhaltigen Grundsätzen.»

Stefan Liechti

Lassen sich diese Ziele konkretisieren?

Daniel Beutler: Langfristig wollen wir den Wert unserer Gebäude, des gesamten Portfolios, und die Qualität für die Nutzer:innen erhalten. Dabei spielen die Renditeliegenschaften zur Finanzierung des Stiftungszwecks eine wichtige Rolle. Dank Synergien können wir ganzheitlich planen und verlieren das Ziel für die verschiedenen Zielgruppen nicht aus den Augen. Das Wohn- und Arbeitsumfeld soll inklusiv, bedarfsgerecht und zukunftssicher sein. In der Zusammenarbeit sind wir täglich gefordert, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Nachhaltigkeitsaspekte zu diskutieren.

Wie setzen Sie die Strategie langfristig um?

Daniel Beutler: Mit dem Immobilienportfolio wollen wir Sicherheit schaffen. Stabilität bedeutet in diesem Bereich aber kontinuierliche Investitionen und damit ständige Veränderungen. Je besser wir wirtschaften, desto mehr können wir in die Zukunft investieren. Veränderung und Erneuerung ist die eigentliche Stabilität, was für viele schwer nachvollziehbar ist. Stetigkeit und Ruhe strahlen eher Stabilität aus. Langfristige Immobilienentwicklung bedeutet daher auch langfristige Stabilität. Aber für die nächsten zwanzig Jahre wollen wir in die Bedürfnisse der Nutzer:innen und des Arbeitsmarktes investieren. Dabei gehen wir mit einer rollenden Planung und Kontinuität vor, was wiederum Ruhe für die gesamte Stiftung bedeutet. Misserfolge im Immobilienbereich führen ins Chaos.

Stefan Liechti: Mit der Gesamtstrategie konnten wir den Nebel, der über der Immobilienbewirtschaftung lag, lichten. Wir sehen heute klarer, blicken aber auch auf eine lange und intensive Arbeit zurück.

Daniel Beutler erläutert, wie Synergien und durchdachte Planung die Basis für ein inklusives und anpassungsfähiges Wohn- und Arbeitsumfeld legen.

Wo sehen Sie heute, was zum Erfolg geführt hat?

Daniel Beutler: Wir arbeiten transparent und zukunftsorientiert. Der Stiftungsrat, die Geschäftsleitung und der Geschäftsführer arbeiten mit einer Fehlerkultur, die ihresgleichen sucht. Meinungsverschiedenheiten und Spannungen versuchen wir mit dem Blick nach vorne zu lösen. Wir brauchen aber auch den geschützten, vertraulichen Raum in den Gremien. Grosse Pläne, Weiterentwicklungen und Neubauten müssen im Kleinen erarbeitet werden – unter Einbezug vieler Perspektiven.

Stefan Liechti: Dank der Strategie können wir in den Gremien rasch entscheiden und einen gemeinsam eingeschlagenen Weg weitergehen. Beim Bau des neuen Verwaltungsgebäudes konnten wir bei Fragen immer schnell reagieren, was von den Baufirmen sehr geschätzt wurde.

Wo sehen Sie den Gewinn aus der Immobilienstrategie für die Stiftung als Ganzes?

Daniel Beutler: Dank der kontinuierlichen Arbeit mit der Strategie konnten wir Rahmenpartnerschaften entwickeln. Konkret denke ich zum Beispiel an die langfristige Versiegelung und Pflege von Parkettböden. Saubere Böden strahlen Qualität aus. Das schafft überall Vertrauen. Wir konnten auch die Rollenverteilung zwischen technischem Dienst und externem Hausdienst klären und die Schnittstellen entflechten. Und schliesslich sind wir so weit, dass wir ab 2025 die Liegen­schafts­buch­haltung vereinheitlichen, was den Nebel weiter lichten wird.

Stefan Liechti: Ich freue mich, dass wir dank der Immobilienstrategie im Kernbereich der Stiftung mit einem Zeithorizont von vierzig und mehr Jahren investieren können.

ZU EINEM GROSSEN GANZEN ZUSAMMENFÜHREN

Nachdem die damalige Stiftung Heimstätte Bärau im Jahr 2007 das Areal der ehemaligen Leinenweberei Lauterburg
erwerben konnte, ist ihr Gebäudepark kontinuierlich gewachsen. Nach der Namensänderung zur Stiftung
Lebensart im Jahr 2012 kamen mehrere Institutionen und ihre Gebäude mit dazu:

  • 2013 Hotel und Restaurant Orchidee, Burgdorf
  • 2016 Stiftung sbe Wegmatte, Trubschachen
  • 2017 Altersheim Riedli, Aarwangen
  • 2020 Altersheim Kiesenmatte, Konolfingen

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