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«ZUSAMMEN SIND WIR BESSER ALS JEDE UND JEDER FÜR SICH ALLEIN»

Als Präsident des Stiftungsrats prägt Walter Grossenbacher die Strategie entscheidend mit. Mit voraussehender Distanz und berührt vom persönlichen Engagement der Mitarbeitenden blickt er auf die Übernahme der dahlia oberaargau ag, die Weiterentwicklung in ein sichereres unternehmerisches Umfeld und auf einen von vielen berührenden Momenten.

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Walter Grossenbacher kommt wie gewohnt ruhig und mit offenem Blick zum Gespräch für den Jahresrückblick. Der Händedruck signalisiert, dass er entscheiden kann und doch dem Gegenüber auch Entscheidungsfreiraum lässt. Auf die Frage, was ihn im Jahr 2025 persönlich berührt hat, atmet er zuerst lange ein und macht eine Pause. Dem Beobachter entgeht nicht, dass in kurzer Zeit ein sehr ereignisreiches Jahr vor dem inneren Auge vorbeigezogen ist.

«Im Herz berührt hat mich der Dokumentarfilm ‹Gueti Moment› über die Pflegestation Tierlihus in Aarwangen. Ich habe mir bewusst eine halbe Stunde Zeit genommen, mich hingesetzt und gesehen, wie unsere Lernenden und zukünftigen Fachkräfte in der Pflege miteinander umgehen. Besonders wahrgenommen habe ich, wie sich diese jungen Menschen um unsere Bewohnenden kümmern. Die Bilder haben mich zuversichtlich gestimmt für die Zukunft der Stiftung Lebensart. Ich dachte nicht nur, dass wir unser strategisches Ziel mit dem Menschen im Zentrum facettenreich leben. Ich sah auch, dass wir als Arbeitgeberin auf die zukünftigen Fachkräfte der Generation Z zugehen, was wiederum eine beachtliche Bedeutung auf dem angespannten Arbeitsmarkt hat. Das gemeinsame gute Funktionieren der verschiedenen Generation von Mitarbeitenden wird in Zukunft ein Erfolgsfaktor sein.»

Das Medium Film stellt für Walter Grossenbacher nicht nur beispielhaft dar, wie sich die Stiftung Lebensart mit modernen Mitteln den zukünftigen Lernenden zeigt. Die bewegenden Bilder geben auch den strategischen Organen wie dem Stiftungsrat Einblick in die tägliche Arbeit. Man suche kommunikativ nach «Heldinnen und Helden des Alltags» und plötzlich würden sie sicht- und spürbar, sagt Walter Grossenbacher. Es sei auch eine Chance, den Bewohnenden und ihren Angehörigen zu zeigen, was das Herz der Stiftung ausmacht. Der Abspann öffnet einen weiteren Blickwinkel. Lebensart, mit starken Wurzeln im oberen Emmental, hat im Jahr 2025 mit der Übernahme der dahlia oberaargau ag und den vier Standorten in Herzogenbuchsee, Niederbipp, Wiedlisbach und Attiswil einen grossen Schritt in die Zukunft der Stiftung als Ganzes gemacht.

«In Aarwangen ist die Stiftung Lebensart bereits in der Region Oberaargau vertreten. Wir schaffen mit der Übernahme der dahlia oberaargau ag in unserem Kerngeschäft der Langzeitpflege eine noch bessere Ausgangslage. Bewusst sind wir im deutschsprachigen Teil eines Kantons tätig und in einer Versorgungsregion nach Organisation des Kantons. Ich denke, dass die dahlia oberaargau alle Beteiligten stärker macht und wir mit geeinten Kräften und in einer gewichtigen Grösse mitgestalten können – die Stiftung Lebensart zusammen mit der dahlia oberaargau ag und in Kooperation mit der früheren Besitzerin Spital Region Oberaargau (SRO) AG. Der Grundstein ist mit der Vertragsunterzeichnung im Sommer 2025 gelegt worden. Wir konnten in der zweiten Jahreshälfte viele Prozesse für die Zusammenführung aufgleisen. Operativ wird es nach dem Start am 1. Januar 2026 einige Herausforderungen geben.»

Walter Grossenbacher nimmt einen Schluck Wasser und ordnet die Gedanken für ein weiteres wichtiges Thema. Wiederum hätten mit der zentralen Ressourcenplanung und neuen Arbeitsmodellen mit attraktiven Angeboten für die Mitarbeitenden wichtige Investitionen in die Zukunft gemacht werden können, die Stabilität nach innen schaffen könnten, sagt er. Sichtbar werde auch, dass die Entwicklung der Datenplattform wichtige, integrierende Impulse gebe und die Umsetzung im kommenden Jahr bestehen müsse. Walter Grossenbacher betont, dass der Stiftungsrat geeint hinter den gewichtigen strategischen Entscheiden steht. Er sei froh, zu sehen, dass die Impulse die Mitarbeitenden zum Mitunternehmertum animierten. Dies stärke die Institution von innen, was wiederum zu einem Gefühl von Stabilität führe, sagt der Stiftungsratspräsident und resümiert die finanzielle Lage.

«Finanziell bewegen wir uns weiterhin in einem dynamischen Umfeld. Die Rechnung 2025 wird stabil abschliessen, auch wenn die Investitionen in die Modernisierung deutlich sichtbar sind. Ich freue mich sehr, dass wir im Jahr 2026 ein grosses Versprechen aus dem Jahr 2020 einlösen können: Im kommenden Jahr wird die Erneuerung des Standorts Konolfingen mit Pflegeheim und Wohnungen konkret. Die Gebäude entsprechen dem Standard der 1980er-Jahre. Dies zeigt sich auch für die Bewohnenden mit Hürden im Alltag und für die Mitarbeitenden, wo moderne Arbeitsabläufe nicht mehr zur Infrastruktur passen. Die Entwicklungen in der Region Emmental mit unterschiedlichen Standorten schaffen ausserdem Möglichkeiten für die Zeit des Umbaus: Die Bewohnenden von Konolfingen können vorübergehend im Übergangsgebäude Mühlehaus in Bärau ein Zuhause finden und in ein zeitgemässes Ersatzangebot ziehen.»

Walter Grossenbacher schaut konzentriert auf seine Notizen. Gesunde, positive Veränderungen würden nach und nach konkret. Diese ermöglichen der Institution mit Schwerpunkt in der Langzeitbetreuung von Menschen im Alter und Menschen mit Behinderungen mehr Stabilität, für jede einzelne Person, aber auch für alle Teams und die gesamte Organisation über die verschiedenen Standorte hinweg. Fast ein wenig erstaunt ob all den Ereignissen im Jahr 2025 und die erreichten Ziele fasst er die Geschehnisse zum Abschluss in wenigen Worten zusammen.

«Ich wünsche mir, dass wir ob allen unternehmerischen Herausforderungen das Menschliche und den Austausch stärken können. 2025 konnten wir sehen, dass sich die Mitarbeitenden vermehrt einbringen. Ich merke, dass sich ein Bewusstsein dafür herausbildet, dass wir zusammen besser sind als jede und jeder für sich allein.»

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